Religion

Was wird Maria ihrem Sohn geantwortet haben, wenn er fragte: "Warum braucht man das alles?“

 

Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, was uns heute wichtig ist. Und wir wissen, was uns verloren ginge, wenn es ihn nicht mehr gäbe.

 

 

Weitere Informationen zum Fach

 

 

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Warum muss Jesus in die Schule gehen?

Was könnte Maria ihrem Sohn geantwortet haben auf die Frage: „Warum braucht man überhaupt Religion?“

Im Chor der mittelalterlichen Frauenkirche in Nürnberg kann man diesen Schlussstein entdecken. Er heißt "Jesu Schulgang" und zeigt eine energische, ernst und entschlossen blickende Mutter Maria mit dem Jesusknaben an der Hand auf dem Weg in die Schule. In der einen Hand hält sie eine Rute, mit der anderen zieht sie ihr widerstrebendes Kind hinter sich her. Jesus trägt eine viel zu große Schiefertafel und scheint sich nach Kräften zu wehren. Warum muss Jesus in die Schule gehen? Schule und Religion bildeten im 14. Jahrhundert zur Entstehungszeit dieser Kirche eine Einheit. Im Fächerkanon des Mittelalters steht das Fach Religion an der Spitze der Unterrichtsfächer. Das zeigen die alten Stundenpläne des Johanneums bis heute. Bis 1981 befand sich das Fach Religion an erster Stelle in den Zeugnisformularen. Schulunterricht zur Zeit Jesu war Religionsunterricht. Man lernte Lesen und Schreiben, um in der Tora lesen zu können.
Heute geht es uns besonders darum, dass wir bekannt und vertraut machen mit der christlichen Religion als Grundlage unserer Kultur, um fähig zu werden, den Dialog mit anderen Religionen und Weltanschauungen zu führen. Wir wollen Orientierung geben in einer zunehmend pluralistischen Welt und Gesellschaft, die zu einem globalen Dorf zusammenwächst. Wir fördern die Offenheit für religiöse Fragen und schaffen ein Bewusstsein dafür, dass Religion nicht in Ethik aufgeht. Wir bieten Hilfe an bei der Bewältigung von Grenzsituationen menschlichen Lebens wie Krankheit, Versagen, Schuld, Tod und Leid.

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Bildung bracht Religion!

 

Im 14. Jahrhundert, als dieser Schlussstein entstand, beschränkte sich der Religionsunterricht überwiegend auf das Auswendiglernen der biblischen Geschichten, der Zehn Gebote, des Glaubensbekenntnisses und des Katechismus. Vielleicht schaut Jesus deshalb so unwillig drein. Vielleicht ginge er fröhlicher an der Hand seiner Mutter, wenn er unsere moderne Pädagogik, unsere Lehrbücher und kreativen Unterrichtsmöglichkeiten gehabt hätte? Wer kann das sagen? Wir sind davon überzeugt, dass der Religionsunterricht ein wichtiges Fach in der Schule ist. Es gibt in ihm Zensuren und sie spielen – wie in jedem anderen Fach – bei der Versetzung eine Rolle. Man kann Religion als Prüfungsfach im Abitur wählen. Unserer Schule würde viel fehlen, gäbe es den Religionsunterricht nicht: Er ist ein im Unterrichtsplan fest verankerter Raum, in dem auch Persönliches und Existentielles zur Sprache kommt. Da können Antworten gesucht und ethische Verhaltensweisen eingeübt werden. An außerschulischen Lernorten, wie z.B. den von Bodelschwinghschen Anstalten in Bielefeld, wird gelebter Glaube "be-greif-bar". Durch Besuche von Synagogen und Moscheen fördern wir den religiösen Dialog. Das macht Mut, selbstbewusst, gelassen und verantwortlich auf die Herausforderungen unserer Zeit zu reagieren..
In einer Welt, in der Religionen immer noch für gewalttätige Auseinandersetzungen missbraucht werden, legen wir Wert auf Kenntnis der eigenen und der fremden Religion. Schon der kooperativ- konfessionelle Religionsunterricht, der bei uns in Klasse 5 und 6 katholische und evangelische Schüler und Schülerinnen gemeinsam unterrichtet, übt den Umgang mit unterschiedlichen religiösen Traditionen ein

 

Karin Aulike

 

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