Fritz Heinemann

1889-1970

Philosoph

Fritz Heinemann 1889-1970

                                                            

 Kurzbiographie
1889 Friedrich Heinrich Heinemann wird am 8. Februar in Lüneburg als Sohn einer bedeutenden jüdischen Familie geboren.
1907

Nach dem Besuch einer Privatschule und des Johanneums legt er am 22.2 das Abitur am Johanneum mit überdurchschnittlichen Leistungen ab; er ist Mitglied des Lüneburger „Wandervogels".

 ab 1907 Studium der Philosophie in Cambridge, Marburg, München und Berlin
 1912 Doktor der Philosophie mit der Dissertation „Der Aufbau von Kants Kritik der reinen Vernunft und das Problem der Zeit“
 1914-18 Während des Ersten Weltkrieges Dienst als Arztschreiber in einen Lazarett bei Küstrin 1918 Heirat mit Frau Dr. phil. Adelheid Schiff (Frankf./M.)
1919

Als Mathematiklehrer des Kaiser-Friedrich-Realgymnasiums in Berlin erhält Heinemann den Bonitz-Preis der Wiener Akademie der Wissenschaften für eine Arbeit über Plotin.

1921

Veröffentlichung von „Plotin, Forschungen über die plotinische Frage“ Venia legendi an der Universität Frankfurt /M.

1929 Veröffentlichung von „Wilhelm von Humboldts philosophische Anthropologie und Theorie der Menschenkenntnis“ und „Neue Wege der Philosophie“
1930  Ernennung zum außerordentlichen Professor in Frankfurt
1933  Heinemann verliert am 8.9. aufgrund des nationalsozialistischen „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ seine Lehrbefugnis. Heinemann arbeitet in Amersfoort (NL) und an der Sorbonne in Paris (Bekanntschaft mit Gabriel Marcel und Nicolai Berdjajew).
1937  Emigration der Familie Heinemanns von Frankfurt nach Oxford
1939-56  Heinemann lehrt am Manchester College in Oxford
1951  Veröffentlichung von „Existenzphilosophie, lebendig oder tot ?“

1957

 als emeritierter Professor in Frankfurt, Veröffentlichung von „Jenseits des Existentialismus“
1970  Heinemann stirbt am 7.1. 1970 in Oxford
1972  Auf Anregung von Herrn Studiendirektor Manfred Göske, der sich mit seinen Nachforschungen über das Schicksal ehemaliger jüdischer Mitbürger Lüneburgs verdient gemacht hat, wurde das Heinemann-Archiv in der Ratsbücherei Lüneburg gegründet. Es enthält über hundert Veröffentlichungen Heinemanns.
 1985  Im Beisein von Francis Heinemann, des Sohnes von Fritz Heinemann, erhielt der Lesesaal der Ratsbibliothek den Namen „Heinemann - Saal“.

  

Auszug aus Brockhaus-Enzyklopädie

 

     Heinemann, Fritz, Philosoph. * Lüneburg 8.2. 1899, 1930 Prof. in Frankfurt, 1939-56 in Oxford, seit 1957 em. Prof. in Frankfurt, Historiker und Kritiker der Philosophie des 20. Jhts, bes. der Existenzphilosophie; Werke:Plotin (1921), Neue Wege der Philosophie (1929), Odysseus oder die Zukunft der Philosophie (1939), David  Hume (1940), Jenseits des Existentialismus (1957), Hg: Die Philosophie im XX. Jahrhundert (1959 , (2) 1963),Schriften in: Ztschr. f. phil. Forsch. 19 (1965)

 

Autor: Gerhard Glombik
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