Karl August Wittfogel

1896-1988

Sozialwissenschaftler

und Sinologe

Karl August Wittfogel 1896-1988
Kurzbiographie
1896 Karl August Wittfogel wird am 6. September in Woltersdorf (Lüneburger Heide) als Sohn des Lehrers Heinrich Wittfogel und seiner Frau Johanne (geb. Schulze) geboren.
1903 Übersiedlung der Eltern nach Bergen (an der Dumme) und 1904 nach Lüneburg.
1907 Besuch des Johanneums in Lüneburg (nach Besuch des Realgymnasiums)
1912 Mitglied in der "Wandervogel"- Bewegung
1914 Abitur am Johanneum Lüneburg; Beginn des Studiums der Geschichte, Philosophie und Geowissenschaften in Leipzig, Berlin, München und Rostock
1917 Einberufung zum Militärdienst in Mecklenburg und Dienst in einer Fernmeldeeinheit in Berlin 
1918  Mitglied in der USPD, Führer der Deutschen Studentenbewegung neben Klaus Reichenbach; Teilnahme am Sozialistischen Studentenkongress in Leipzig 1919
1920 Dozent an der Volkshochschule in Tinz (Thüringen), Freundschaft mit Karl Korsch; Mitglied in der KPD
1921 Arbeit als Theaterschriftsteller für proletarisches Theater bis 1924 ("Der Krüppel", "Rote Soldaten", "Der Mann , der eine Idee hat" u.a.); Heirat mit Rose Schlesinger;
1924  "Die Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft" erscheint
1925  Ständiger Mitarbeiter am "Institut für Sozialforschung" in Frankfurt; ab 1926 China- Experte der KPD
1928  Promotion in Frankfurt mit der Arbeit "Die ökonomische Bedeutung der agrikolen und industriellen Produktivkräfte Chinas"; Aufenthalt am Marx- Engels- Institut in Moskau
1929  Redakteur der "Linkskurve"; W. hält Kurse für die KPD- nahe "Marxistische Arbeiterschulung" (MASCH);
1931  Teilnahme an der Leningrader Konferenz, in der seine Theorie der "asiatischen

Produktionsweise" von der stalinistischen Mehrheit als falsch abgelehnt wird; erste China-Reise.              

1932  Scheidung von seiner Frau Rose und Heirat mit russischen Journalistin Olga Joffe 
1933  (März) Verhaftung und Aufenthalt in den Konzentrationslagern Papenburg (Esterwegen) und Lichtenburg (bei Torgau); W. schmuggelt das Lied "Wir sind die Moorsoldaten aus dem Teillager Börgermoor nach Esterwegen; Ende November Entlassung nach wochenlanger Krankheit;
1934  Emigration über England in die USA; Lehrtätigkeit an der Columbia University in New York
1935   Zweite China- Reise (bis 1937)
1936  Roman "Staatliches Konzentrationslager VII" unter dem Pseudonym Klaus Hinrichs 
1939  Austritt aus der KPD nach dem Hitler- Stalin- Pakt ; Gründung des "Chinese History Project" an der Columbia University mit den Mitteln der Rockefeller Foundation; Scheidung von seiner Frau Olga und Heirat mit Esther E. Goldfrank (1940)
1941 US- Staatsbürgerschaft
1947 Professur für chinesische Geschichte an der University of Washington in Seattle
1957 Die "Orientalische Despotie" erscheint.
1960 Wittfogel lebt nach seiner Emeritierung als Privatgelehrter in New York
1979 Besuch in Lüneburg und Vortrag im Johanneum ("Hitler, Stalin und die Bedrohung unserer Freiheit")
1988 Wittfogel stirbt am 25. Mai in New York

            

 

 Autor: Gerhard Glombik