Alfred Sohn-Rethel

        

1899-1990

 

Sozialwissenschaftler

und Philosoph

 

Alfred Sohn-Rethel 1899-1990
1.Kurzbiographie
1899 Alfred Sohn-Rethel wird in Neuilly-sur-Seine bei Paris als Sohn einer Malerfamilie geboren
1908-12  A. Sohn-Rethel lebt als Pflegekind in der Familie des Düsseldorfer Großindustriellen Erich Poensgen
1912 Rückkehr zu seiner Familie, die nach Berlin übergesiedelt ist; wegen Konflikten mit seiner Familie verlässt Sohn-Rethel Berlin.
1917  Abitur am Johanneum zu Lüneburg 
1917-23  Studium in Darmstadt (Chemie), Heidelberg und Berlin (Philosophie, Ökonomie, Geschichte und Soziologie)
1923-26  Aufenthalt in Bositano/ Capri, wo er mit Adorno, Benjamin und Bloch zusammentrifft. 
1928  Promotion in Heidelberg mit einer Dissertation über die Grenznutzenlehre 
1929-31 Heilaufenthalt in Davos wegen einer Lungenerkrankung
1931-36 durch Erich Poensgen vermittelte Tätigkeit beim Mitteleuropäischen Wirtschaftstag 
1936  Emigration aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Luzern
1936-37 In Paris entsteht der Text Zur Liquidierung des Apriorismus, mit dem er sich beim Frankfurter Institut für Sozialforschung bewirbt, was aber nicht gelingt.
ab 1937 Einjähriges Stipendium in England (London , Birmingham) 1940-41 kriegsbedingte Internierung als Immigrant in London
1943  Einziehung zum Zivildienst. Sohn-Rethel bleibt auch nach 1945 in England, da er mittlerweile mit einer jüdischen Engländerin verheiratet ist, die sich kein Leben in Deutschland vorstellen kann.
1950-51 Sein Werk "Geistige und körperliche Arbeit" entsteht (in englischer Sprache verfasst, erst 1970 veröffentlicht)
bis 1969 als Französischlehrer an einer englischen Schule 
1972-76   Gastprofessor in Bremen
1976-78  Vorbereitung einer englischen Ausgabe seiner Texte in Birmingham

 seit 1978 Professor in Bremen         

1990  Sohn-Rethel stirbt am 6.April in Bremen.

               

2.Auszug aus Brockhaus-Enzyklopädie

 

 Sohn-Rethel, Alfred, Sozialwissenschaftler und Philosoph, * Paris 4.1. 1899, † Bremen 6.4. 1990; arbeitete von 1931 bis zur Emigration 1936 als Referent beim Mitteleurop. Wirtschaftstag; ab 1937 in England, u.a. Tätigkeiten an Volkshochschulen und als Lehrer; ab 1978 Prof. in Bremen. Seine Bedeutung besteht in seiner eigenwilligen Übertragung von Kategorien der marxschen politischen Ökonomie auf erkenntnistheoretische Fragestellungen, die einerseits den herkömml. Ökonomismus der marxschen Lehre, andererseits die weitgehend idealistisch bestimmte Erkenntnis- und Bewusstseinsphilosophie infrage stellt.

Werke: Geistige u. körperl. Arbeit. Zur Theorie der gesellschaftl. Synthesis (1970); Warenform und Denkform (1978). Ausgabe: Theodor W.Adorno u. A.S.-R. Briefwechsel 1936-69, hg. v. C.Gödde (1991). S.Kratz: S.-R. zur Einf. ( ³ 1984 )

 

Autor: Gerhard Glombik, letzte Änderung 10.11.2013

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