Niklas Luhmann

1927-1998

 

Soziologe

 Niklas Luhmann 1927-98

Foto: Lüneburger Landeszeitung

Kurzbiographie
1927 Niklas Luhmann wird am 8. 12. als Sohn eines Brauereibesitzers in Lüneburg geboren
 1937-44  Schüler des Johanneums Lüneburg (bis September 1944)

 1943-44

 im Alter von 15 bzw. 16 Jahren vom 1. 4. 1943 - 30. 9. 1944 als Luftwaffenhelfer eingesetzt

 1945  Kurze amerikanische Kriegsgefangenschaft
 1945-46  Luhmann holt in einem so genannnten "Übergangskursus für Kriegsteilnehmer" das Abitur am Johanneum nach
 1946-49  Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und Referendarausbildung
1952-53 Luhmann beginnt mit dem Aufbau seiner berühmten Zettelkästen
1954 Verwaltungsbeamter am Oberverwaltungsgericht Lüneburg
1955-62 Landtagsreferent im niedersächsischen Kultusministerium
1960 Heirat mit Ursula von Walter
1960-61 Beurlaubung zum Studium an der Harvard-Universität bei Talcott Parsons
1962-65 Referent am Forschungsinstitut der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer
1964 Veröffentlichung seines ersten Buches: Funktionen und Folgen formaler Organisation
1965 Luhmann wird von Helmut Schelsky als Abteilungsleiter an die Sozialforschungsstelle Dortmund geholt
1966 Das Buch von 1964 sowie der Band Recht und Automation in der Öffentlichen Verwaltung werden als Dissertation und Habilitation an der Universität Münster bei Helmut Schelsky und Dieter Claessens angenommen
1967 Unter dem Titel »Soziologische Aufklärung« hält Luhmann in Münster seine  Antrittsvorlesung
1968 Professor für Soziologie an der neugegründeten Reformuniversität Bielefeld
1971 Habermas und Luhmann veröffentlichen gemeinsam ihren Kontroversen-Band "Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie - Was leistet die Systemforschung?"
1984 Luhmanns Hauptwerk "Soziale Systeme" erscheint
1988 Luhmann erhält den Hegel-Preis der Stadt Stuttgart
1993  Emeritierung Luhmanns (Ende des Wintersemesters 1992/93)
1998 Niklas Luhmann stirbt am 6. November 1998 in Oerlinghausen bei Bielefeld

 

 (Literatur: Walter Reese-Schäfer,  Niklas Luhmann zur Einführung, Junius Verlag Hamburg 1999 3. Aufl.;  Detlef Horster. Niklas Luhmann, Beck'sche Reihe Denker Nr. 538, Verlag C.H.Beck München 1997)

 

Seine Bedeutung als Sozialwissenschaftler (Brockhaus 1991):

 

Luhmann, Niklas, Rechts- und Sozialwissenschaftler,

*Lüneburg 8. 12. 1927; seit 1968 Prof. für Soziologie in Bielefeld;

Vertreter der strukturell-funktionalen Theorie, die er zu einer sozialwissenschaftlichen Systemtheorie fortentwickelte. Diese versucht, die gesamte Wirklichkeit im Rahmen einer universalen theoretischen Konstruktion zu erfassen, wobei die Gesamtwelt in einer Vielfalt  von sozial integrierten (log.) Systemen erscheint. Deren Aufgabe besteht darin, die Vielfalt der Erscheinungen in Sinnbezügen zu gliedern. Luhmann hat seine Theorie, die wegen ihrer rationalistischen und einseitig funktionalen Betrachtungsweise kontrovers diskutiert wird, in über 30 Büchern (insbesondere in >Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie<, 1984) und zahlreichen Aufsätzen dargelegt.

 

Weitere Werke: Soziolog. Aufklärung, 4 Bde. (1970-87); Rechtssoziologie, 2Bde. (1972); Macht (1975); Funktion der Religion (1977); Gesellschaftsstruktur u. Semantik: Studien zur Wissenschaftssoziologie der modernen Gesellschaft, 3Bde. (1980-89): Polit. Theorie im Wohlfahrtsstaat (1981).

 

Autor: Gerhard Glombik, letzte Änderung 7.12. 2013

 

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