Kirchenführungen

Religionsunterricht einmal anders – Treffen der Kirchenpädagogen des Sprengels Lüneburg – Hansetage in Lüneburg – da machen wir mit! Wir führen durch die Nicolaikirche in Lüneburg! Die 10. Klasse ließ sich für die Idee begeistern. Das Thema war schnell gefunden:

 

„Und sie bauten eine Kathedrale“

 

Wer kennt es nicht, dieses wunderbare Buch von David Macaulay!

Aber wie war das in Lüneburg? Warum nach St. Johannis und St. Michaelis nun noch eine dritte Kirche? War das nötig? Wer gab das Geld? Welche weltberühmten Handwerker und Künstler wurden verpflichtet? Wo waren die Vorbilder? Geht das –moderne Kirchenfenster in einer alten Kirche - oder darf man nichts verändern? Und was hat der Heilige Nikolaus mit dieser Kirche zu tun?

 

Die Führung wurde ein voller Erfolg. Das zeigt der folgende Artikel. Pastor Mertin, der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Lüneburg, hat uns seinen Artikel freundlicherweise zur Verfügung gestellt:

 

Lüneburg. „Sie bauten eine Kathedrale“ – der Buchtitel von David Macaulay diente als Motto einer Tagung von rund 20 Kirchenpädagogen aus dem nordöstlichen Niedersachsen in Lüneburg. Zur Vorbereitung hatte Religionslehrerin Karin Aulike die mittelalterliche Backsteinbasilika mit ihrer 10. Klasse als so genannten außerschulischen Lernort genutzt. „Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums Johanneum führen durch die St. Nicolaikirche“, lautete das Ergebnis – zugleich Thema des Sprengel-Treffens der Kirchenpädagogen.

An insgesamt acht Stationen brachten die Jugendlichen den erfahrenen Kirchenführerinnen die alte Schifferkirche näher, zum Beispiel durch Erläuterungen zu Architektur, Altarbildern oder so genannten Epitaphien. „Das sind Denkmale, die an Verstorbene erinnern“, erklärte beispielsweise Kim an einem Steinmal im südlichen Seitenschiff, das den Namen Ernst Gerhard Klingemann trägt. „Der ist rumgegangen und hat ganz viel Geld gesammelt“, wusste die 16-Jährige vom „Retter von St. Nicolai“ zu berichten, der die Kirche im 19. Jahrhundert vor dem Verfall bewahrte. Damit Eltern in Ruhe ihren kunsthistorischen Neigungen folgen können, sollte es bei Kirchenführungen ein besonderes Angebot für Kinder geben, meinten die Schüler. Ein Talar zum Anprobieren und die Aufgabe, aus Bauklötzen ein Kirchengewölbe zu bauen, waren nur einige der Ideen nach dem Schema „suchen, entdecken und belohnt werden“.

Eine Schülerin vor einem Epitaph

Eine Schülerin vor einem Epitaph

Karin Aulike, die als Sprengelbeauftragte für die Kirchenpädagogik zu dem Treffen eingeladen hatte, wollte den Kolleginnen zeigen, wie man mit Schülern die Geschichte einer Kirche erarbeiten kann. Umgekehrt hätten die Jugendlichen im Laufe des 10stündigenProjekts einen Blick für das Besondere eines Kirchraums bekommen, beschreibt die Religionslehrerin ein Lernziel für ihre Schüler. Dass man jungen Menschen auf die Schnelle ein Gefühl für den 600 Jahre alten „durchbeteten Raum“ vermitteln könne, glaubt Karin Aulike indes nicht. Aber trotz des Abbruchs von Tradition und Glaubensleben könnten Recherchen rund um das Kirchengebäude Grundlagen vermitteln. „Die Schüler haben viel davon, ohne es zu merken“, ist Aulike überzeugt. Bei der Beschäftigung mit der Krypta sei ihnen zum Beispiel intuitiv klar gewesen: „Dort sollte gesungen werden.“

 

Wie kompetent und begeistert die Klasse dabei war, zeigen die Fotos:

 

Eine Schülerin vor einem Bild

Eine Schülerin vor dem Bild "Begegnung Abrahams mit Melchisedek"

 

Schülerin erklärt ein Bild Schülerin vor einem Gemälde

 

Autorin: Karin Aulike  9.1.2014
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