Landesfinale 2014: Vivian gewinnt

landesfinale_nds_2014_01.jpgLandesfinale in Niedersachsen – Vivian (9LB) wird Landessiegerin für die Sekundarstufe I

 „Soll in Niedersachsen eine verbindliche Lehrerempfehlung für den Besuch weiterführender Schulen eingeführt werden?“ „Soll in Niedersachsen eine Quote für Lehrkräfte mit Migrationshintergrund eingeführt werden?“ Für eine Veranstaltung im Plenarsaal des Niedersächsischen Landtags waren nicht die Themen ungewöhnlich, sondern die Teilnehmer: Schülerinnen und Schüler aus weiterführenden Schulen. Jugend debattiert heißt das große Schulprojekt mit Unterrichtsreihe und Wettbewerb, zu dessen Landesfinale am 18.03.2014 Niedersachsens beste junge Redner antraten und ihr Können demonstrierten.

finalsieg_jugend_debattiert_2014.JPGGenau zuhören, andere Meinungen respektieren und sachkundig debattieren sind wichtige Fähigkeiten in Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft. Debattieren kann jeder lernen, es ist ein ausgezeichneter Weg zur Persönlichkeitsbildung. Dabei helfen klare Regeln: Pro Debatte vier Schüler, eine Streitfrage, 24 Minuten Dauer. Inhalte und Argumente zum Thema müssen sitzen, denn wer Pro oder Contra debattiert, wird erst kurz vor dem Wettbewerb ausgelost. Angetreten waren dieses Mal im Landesfinale gleich zwei Schüler unserer Schule, Vivian und Lennart, begleitet wurde sie dabei von Frau Teichert und Frau Buhndorf. Lennart kam dabei auf den 16. Platz und hat sich sehr gut geschlagen. Die 15jährige Vivian  aus der Klasse 9 LB konnte als zunächst Zweitplatzierte sogar ins Finale einziehen und überzeugte die Jury durch ihre rhetorischen Fähigkeiten. Sie argumentierte eindrucksvoll für die Einführung einer verbindlichen Lehrerempfehlung im gut gefüllten Plenarsaal und konnte dabei den Landessieg gewinnen.

landesfinale_nds_2014_02.jpgZuvor hatte sie sich bereits mit drei weiteren Mitstreitern gegen 24 andere Schüler – allesamt bereits erfolgreich in ihren Schulen und den Regionalverbünden- behauptet, um in das Finale zu gelangen. Dabei musste Vivian zunächst durch die  - für sie – schwerste Debatte zur Fragestellung „Sollen in Niedersachsen Computerspiele als Lernmittel in der Schule zugelassen werden?“ Zu viele offene Fragen, kaum praktische Erfahrung in der Anwendung und wenig Vorstellungen, wie solche Spiele in Zukunft aussehen werden, zeigten für alle Beteiligten einen schweren Start auf. Umso besser lief es von da an für Vivian: Mit der Frage, ob bei Nichtgefallen eine Änderung des Vornamens auch „ohne wichtigen Grund“ erlaubt sein solle, fühlte sie sich ihrer Sache schon deutlich sicherer und zog mit vielen Punkten der Juroren davon. Und zum Glück war damit ihr Lieblingsthema der Vorbereitung in das Finale gerutscht, was man ihren Debattierkünsten deutlich anmerkte, da sie klar und in ihrer Position stabil formulierte, inhaltlich viele gekonnte Sachargumente liefern konnte und insgesamt souverän debattierte.

Rund 14.275  Schüler in 59 Schulen haben sich im laufenden Schuljahr in Niedersachsen im Rahmen einer Unterrichtsreihe an Jugend debattiert beteiligt. Wettbewerbe fanden zuvor bereits auf Schul- und Regionalebene statt. Die beiden Debattensieger Vivian sowie der Sieger für die Sekundarstufe II und die jeweils Zweitplatzierten vertreten Niedersachsen zunächst bei der Qualifikation zur Bundesebene in Berlin. Dort werden sich am 28. Juni 2014 dann die acht besten Debattanten aus ganz Deutschland im Bundesfinale gegenüber stehen.

Als Preis für ihren heutigen Erfolg erhalten alle vier Sieger ein fünftägiges intensives Rhetorik-Training, das sie gemeinsam mit den Siegern der anderen Länder auf die Bundesebene des Wettbewerbs vorbereitet.
landesfinale_nds_2014_03.jpgDer Präsident des Niedersächsischen Landtages, Bernd Busemann, freut sich sehr, dass die Landesqualifikation und das Landesfinale erstmals im Plenarsaal des Landtages ausgetragen werden. „Politik lebt von guten und lebendigen Debatten, wo es auch mal richtig zur Sache gehen darf, wenn man fair dabei miteinander umgeht. Gute Debatten ermöglichen den Bürgerinnen und Bürgern, sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich denke, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von "Jugend debattiert"  von dem heutigen Tag im Landtag sehr profitieren werden und mit dem Projekt auch zur Förderung unseres Demokratieverständnisses beitragen", so Landtagspräsident Bernd Busemann.
Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt zeigte sich überzeugt vom Konzept: „Jugend debattiert leistet in Niedersachsen einen wichtigen Beitrag für die Erziehung zur Demokratie, und zwar für alle Formen weiterführender Schulen. Dies geschieht vor allem im Unterricht. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen hier, sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinanderzusetzen, aber auch selbst das Wort zu ergreifen und ihren Standpunkt zu vertreten. Eine Fähigkeit, die den Schülerinnen und Schüler in vielen Lebensbereichen nützlich sein kann, auch im späteren Berufsleben.“
 

 

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