Chronik des Fördervereins

Vereinigung der Ehemaligen, der Freunde und Förderer des Johanneums zu Lüneburg e.V.

 

"Drinnen ist' s gut, besser ist's draußen!" So oder ähnlich frei übersetzten Generationen von Schülern die Inschrift Bonus Intra Melior Exi am alten Gebäude des Johanneums.

 

Mit zunehmendem Abstand zur Schulzeit entwickelten die früheren Übersetzer aber offensichtlich doch eine engere Verbundenheit zu ihrer Lehranstalt. Am 19. April 1911 nämlich entstand die "Vereinigung der ehemaligen Schüler des Johanneums zu Lüneburg" mit Honoratioren wie Direktor Dr. Cornelius Hölk und Justizrat Fressel im Vorstand.Die Pflege der Beziehungen zwischen den ehemaligen Schülern sowie die Verbindung mit der Schule bildeten den Vereinszweck. Darüber hinaus wurden "in geeigneten Fällen" finanzielle Zuwendungen aus verfügbaren Mitteln an den Jubiläumsfonds oder an andere Stiftungen der Schule vergeben. Die Mitglieder hatten den stolzen Jahresbeitrag von 1,50 Mark zu entrichten. Binnen kürzester Zeit wuchs der junge Verein. Bereits zur ersten Mitgliederversammlung am 29.12.1911 zählte er 250 Mitglieder.

 

Der große Zuspruch, den die Vereinigung schon bei ihrer Gründung fand, blieb nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten. Ein Blick in das Mitgliederverzeichnis vom 31.12.1964 gibt darüber Auskunft, dass zu diesem Zeitpunkt 750 Ehemalige der Vereinigung angehörten - Stadtdirektor Helmut Segelcke führte mit großem Einsatz bis 1973 den Verein. Auch sein engagierte Nachfolger Dr. Peter Hennings (1973-1993) konnte in seiner Amtszeit bis in die 80er Jahre hinein einen steten Mitgliederzuwachs verzeichnen. Die Vereinstätigkeit erschöpfte sich dabei, wie auch Dr. Hennings betont, nicht in der Pflege und Aufrechterhaltung der Erinnerungen an alte Schulzeiten und Traditionspflege, sondern erstreckte sich auch auf finanzielle Zuwendungen zur Unterstützung bedürftiger Schüler und förderungswürdiger Schuleinrichtungen.Die Spendenbereitschaft der Vereinigung der Ehemaligen führte 1978 anlässlich des Umzugs der Schule in das neue Gebäude an der Theodor – Heuss - Straße dazu, dass sich im Forum das mittlere Buntglasfenster der alten Aula mit der Darstellung des Namensgebers Johannes des Täufers wiederfindet. Ein neuer Abdruck des Orpheusreliefs, der den mittleren Aufgang der alten Schule zierte, schmückt auch das neue Gebäude. Schließlich pflanzten ehemalige Schüler zur Schuleinweihung am 09.09.1978 auf dem Gelände drei Eichen als Mahnung zum Frieden.

 

Gegen Ende der 80er Jahre bröckelte die Mitgliederzahl. Es wurde mehr und mehr deutlich, dass das Interesse der jüngeren Jahrgänge an der Traditionspflege nachließ. In dem im Dezember 1989 erschienenen 25. Mitteilungsblatt für die Ehemaligen (Redaktion Prof. Dr. Klaus Alpers) vermutet der Vorstand als Gründe für diese Entwicklung: "Einmal ist durch die mit der Reform der Oberstufe verbundene Auflösung der Klassenverbände die Bindung der einzelnen Schülerjahrgänge untereinander geringer geworden, auch die Koedukation hat die Art der Bindungen unter den ehemaligen Schülern zumindest verändert, und schließlich ist auch die Intensität der Verbundenheit der ehemaligen Schüler mit der alten Schule dadurch geringer geworden, dass im Zuge der gewachsenen Mobilität immer mehr ehemalige Schüler sich nach dem Abitur in alle Welt zerstreuen".

 

Glücklicherweise hatte es parallel zu den Aktivitäten der ehemaligen Johanniter schon früh eine segensreiche spontane Elterninitiative gegeben, aus deren Mitteln die Schule manche Nachkriegsnot lindern konnte. Materielle Unterstützung des Johanneums und seiner Schüler war insbesondere in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg dringend notwendig. So richtete das Lehrerkollegium des Johanneums im August 1948 einen beherzten und auch erfolgreichen "Aufruf an die Eltern der Schüler und an alle Freunde des Johanneums":

 

"Die Währungsreform hat eine große Anzahl unserer Schüler in eine schwere Notlage versetzt. Ihre Eltern sind vielfach nicht mehr in der Lage, das Schulgeld, die Kosten für Bücher, Hefte, Papier und für Bahn oder Autobus aufzubringen. Die Schulfreistellen sind nach den geltenden Bestimmungen für die Begabtenförderung vorgesehen und sind bei den verhältnismäßig begrenzten Mitteln den besonders begabten Schülern der höheren Schulen vorbehalten. Wir sehen aber mit ernster Sorge, wie besonders auch der gute Durchschnitt unserer Schüler, hinreichend begabte, dabei fleißige, gewissenhafte und zuverlässige Jungen, die im späteren Leben wertvolle Arbeit im Dienste unseres Volkes zu leisten versprechen, von der Notlage betroffen werden. Ihnen möchten wir gern den weiteren Aufenthalt auf dem Johanneum ermöglichen.Wir bitten daher alle Eltern unserer Schüler, auch alle alten Schüler des Johanneums, die einst den Segen einer guten Schulbildung genossen haben, dass sie uns hierbei, soweit sie sich dazu irgend in der Lage fühlen, mit Geldmitteln zu unterstützen. Auch bescheidene Gaben sind willkommen."

 

Im Jahre 1953 rief die Elternschaft die sogenannte Elternspende ins Leben. Aus freiwilligen Beiträgen der Eltern wurden Mittel angesammelt, die dazu dienen sollten, berechtigte Wünsche für Unterricht und Erziehung zu befriedigen, für die öffentliche Gelder nicht ausreichten. Zuschüsse bewilligte ein Kuratorium, das sich aus dem am Johanneum eingerichteten Elternrat zusammensetzte. Aus diesen Schul- und Elterninitiativen erwuchs 1987 unter dem Vorsitz von Dr. Arnold Blumenbach und später Maria Goldenstein der "Verein der Freunde und Förderer des Johanneums zu Lüneburg e.V." Ihm gehörten vornehmlich engagierte Eltern und Lehrkräfte an, er umwarb aber auch Ehemalige als Freunde und finanzielle Förderer.

 

Nach langjähriger, nur loser Zusammenarbeit strebten der Förderverein und der Ehemaligenverein eine Fusion an, um ihre Kräfte zu bündeln, Ehemalige wieder mehr in das Schulleben einzubinden und die Unterstützung des Johanneums zu intensivieren. So entstand 1994 unter dem Vorsitz von Maria Campowski und ihren Nachfolgerinnen Adelheid Schneider und Annalene Vetter die heutige "Vereinigung der Ehemaligen, der Freunde und Förderer des Johanneums zu Lüneburg e.V."

 

Vereinszweck ist die Förderung von Bildung, Erziehung und Entwicklung der Schülerinnen und Schüler des Johanneums. Dies soll insbesondere durch die Förderung des geistigen, kulturellen und sportlichen Geschehens sowie durch die Unterstützung der Lern- und Arbeitsbedingungen verwirklicht werden. Zum Vereinszweck gehört nach wie vor die Pflege der Beziehungen der ehemaligen Schüler zueinander sowie die Erhaltung ihres Interesses an der Schule. Der Verein sieht sich auch als Bindeglied zwischen der aktiven Schulgemeinde und all denen, die bereits die Schule verlassen haben. Ihr Kontakt zum Verein gibt wertvolle Impulse für das aktive Schulleben.

 

Der gemeinnützige Verein hat heute 550 Mitglieder. In den letzten Jahren sind viele Eltern neuer Schuljahrgänge, die nach Abschaffung der Orientierungsstufe jetzt auch wieder aus fünften und sechsten Gymnasialklassen bestehen, beigetreten.

 

Aus Mitgliedsbeiträgen und nicht unerheblichen zusätzlichen Spenden konnten z.B. 2004 rund 11.000 Euro verbucht werden. Diese Einnahmen ermöglichen ...

 

  • die Förderung und Mitfinanzierung zahlreicher " und verschiedene Fachgruppen,
  • Ausbau der Medienbibliothek der Schule,
  • Veranstaltungen mit Zeitzeugen und Experten im Johanneum,
  • Schüleraustausch und Studienfahrten,
  • Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an Klassenfahrten im Einzelfall,
  • das Archiv "berühmte Johanniter".

 

2005 ist es dem Verein gelungen, zusammen mit der Schule Sponsorengelder der örtlichen Krankenkassen, der Lottostiftung und der "Aktion Mensch" von insgesamt mehr als 20.000 Euro einzuwerben. Die Mittel waren für die Arbeitsgemeinschaft "Gesunde Ernährung" in den 5. Klassen bestimmt.

 

Aus langjähriger, schöner Tradition richtet die Vereinigung der Ehemaligen, der Freunde und Förderer des Johanneums im übrigen alljährlich den Empfang anlässlich der feierlichen Entlassung der Abiturientinnen und Abiturienten aus, nicht ohne diesen erfreulichen Anlass zum Spendensammeln zu nutzen.

 

Selbstverständlich kann und will der Verein Land und Schulträger nicht von ihren Verpflichtungen befreien. Durch die allseits bekannte Lage der öffentlichen Haushalte wird der Abstand zwischen Wunsch und Wirklichkeit jedoch immer größer. Wir wollen uns auch weiterhin bemühen, im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen.

 

In diesem Sinne

 

danken wir herzlich für Ihre Unterstützung durch Mitgliedsbeiträge, Engagement und große und kleine Spenden,

 

freuen wir uns auf viele neue Mitglieder und Anregungen und Ideen für unsere gemeinsame Arbeit,

 

wünschen wir uns viele Begegnungen mit Ihnen, insbesondere natürlich anlässlich des Jubiläums.

berufsorientierung2018

Berufsorientierung