Hochschulinformationstag und Besichtigung der Kupfer-Affinerie

Chemiekurs 11/12 (Ch2, Rs): Exkursion am 17.02.2010

 

Hochschulinformationstag und Besichtigung der Kupfer-Affinerie

 

Um 7.30 Uhr waren wir fast vollständig in der Lüneburger Bahnhofshalle versammelt. Auf dem Weg zu unserem Metronom regional wurden dann noch die letzten drei Verschütteten aufgegabelt, sodass wir bis auf Diana komplett waren und gemütlich mit dem Zug nach Harburg fahren konnten. Dort freuten wir uns, dass wir so passend eine S3 erwischten, dass erst nach einer Station auffiel, dass wir in die falsche Richtung fuhren. Nachdem wir dieses Problemchen geklärt hatten, sind wir erfolgreich in Veddel ausgestiegen und warteten auf einen Shuttelbus.

 

Der Bus brachte uns dann zur Kupfer-Affinerie. Die HipHop Akademie hat uns mit kreativen Texten („Good Morning, Good Morning“) und Tänzen begrüßt. Danach stellte uns ein Moderator verschiedene Professoren vor und die haben dann auf der Bühne irgendwas erzählt. In der Zeit entdeckten wir das Büffet und da alles Ess- und Trinkbare kostenlos war, haben wir uns mit Franzbrötchen, Pizzahäppchen, Bananen, Birnen, Weintrauben, Müsliriegeln und anderen leckeren Sachen den Bauch vollgeschlagen. Beim Trinken gab es auch eine große Auswahl, von Kaffe über Coca-Cola, Fanta, Sprite, und Apfelsaft bis hin zum sehr beliebten Multivitaminsaft von Granini.

 

Nun waren noch ungefähr drei Stunden Zeit, bevor unsere Führung durch die Kuper-Affinerie anfing. Einige nutzten die Zeit um das Quiz auszufüllen, das überall herum lag. Dafür benötigte man natürlich einen gratis Kugelschreiber von Aurubis. Nun wanderten wir von einem Uni-Stand zum nächsten und ließen uns unser Quiz beantworten während uns vorgeschwärmt wurde wie toll genau diese oder jene Uni sei. Es war gut, dass hinter den Tischen Studenten saßen, denn das sind ja die Personen, in dessen Situation man sich dann selbst befinden würde. Während wir ihren interessanten Berichten lauschten, wurden wir reichlich beschenkt. Es gab Informationsflyer, Kugelschreiber, Schlüsselbänder, Blöcke, Süßigkeiten, Lesezeichen, Werbefilme und Mousepads.

 

Ich glaube, wenn man schon wusste, was man studieren will, war diese Veranstaltung Gewinn bringend, denn dann konnte man die Unis, die den gewünschten Studiengang anbieten, miteinander vergleichen. Für die „noch Unwissenden“ war es aber trotzdem interessant sich alles einmal anzuschauen, auch wenn es nichts zur Entscheidung des späteren Studiums beigetragen hat.

 

Da wir nach dem Rundgang ein ausgefülltes Quiz mit richtigen Antworten in unseren Händen hielten, haben wir dieses vervielfältigt und mit allen Namen der Gruppe (und einigen mehr) versehen. Unser Ziel war der Hauptpreis: Die Karten für das Tarzan-Musical ins Johanneum zu hohlen.

Um ca.11.30 Uhr gab es noch einen Auftritt von der HipHopAca

demie. Ihre Texte waren diesmal noch ausgereifter: „H A M B U R G- Hamburg“. Nach dem Beat-Boxer und seiner Truppe war Magic Andi an der Reihe. Um sich zu temperieren, hat er mit Wasserstoff gefüllte Luftballons verbrannt. Da wir ziemlich weit weg von ihm standen und die Lautsprecher-Box vor uns nicht funktionierte, konnten wir den Versuch immer erst erraten, nachdem er ihn vorgeführt hatte. Es war sehr spektakulär. Es sind Flaschen übergelaufen, Fässer explodiert, Jägermeister wurde verschwendet und Getränke haben ihre Farbe gewechselt.

 

Nach diesen beiden Auftritten stand fest: entweder ein Studium bei der HipHopAkademie oder als Assistent vom MagicMan um die Welt touren.

 

Danach wurden endlich die Preise verlost. Beim fünften Platz war es soweit und einer vom Johanneum hatte zwei Karten für den Quatsch-Comedie-Club gewonnen. Als Jessica ihre Freikarten abholte, feierten wir in unserer Ecke J.

 

Schon während der Experimentalshow wurde in unserer unmittelbaren Nähe das Mittagessen zu recht gerückt. Es gab Nudeln mit drei verschiedenen Soßen und Gemüse und Kartoffeln. Wir waren nach dem Essen alle ziemlich satt und haben uns noch gut eine Stunde ausgeruht/ unterhalten/ gespielt bevor unsere lang ersehnte Betriebsführung anfing.

 

Für die Führung wurden wir in modisch graue Kittel gesteckt. Im Bus erhielten wir dann noch einen Helm, eine Schutzbrille und Kopfhörer. Die Kopfhörer waren echt praktisch, denn so hat man den Mann, der uns alles gezeigte, auch gut verstanden, wenn er viel weiter weg war. Er erklärte uns zunächst einen Schmelzofen. Leider nur aus der Entfernung. Aufgrund unsere großen Gruppe durften wir uns diesem nicht zu sehr nähern. Durch insgesamt drei Schmelzvorgänge erreicht Kupfer schon eine Reinheit von 99,5%. Um zu sehen wie das letzte halbe Prozent Verunreinigung entfernt wird, sind wir in die Elektrolysehalle gegangen. Dort hingen riesige Mengen an Halb-Prozentig-Verunreinigtem Kupfer in einer Nickel-, Sulfat- und Kupferionenlösung. Nur die Kupferionen wandern bei der Elektrolyse zur Kathode um sich dort abzusetzen, der Rest setzt sich als schlammige Masse am Grund des Beckens ab oder bleibt in Lösung. So entsteht 99,995% reines Kupfer. Um so reines Kupfer produzieren zu können werden pro Tag für all die ablaufenden Prozesse 700 000 kWh. benötigt. Das ist der jährliche Stromverbrauch von etwa 104 deutschen Haushalten! Es war unheimlich beeindruckend, das wir das, was wir schon einmal theoretisch im Chemiebuch gelesen hatten, nun in voller Größe zu sehen bekamen und diese riesigen Mengen betrachten konnten.

 

Unser Werksführer bediente sich gelegentlich einer Jugendsprache, die uns hin und wieder zum Schmunzeln brachte. Wir lernten von ihm, dass das Zwischendach der Elektrolysehalle nicht aus „scheiß teurem Tropenholz besteht, weil es chic ist und sie es sich leisten können“, sondern weil es viel länger hält als z.B. ein Betondach. Bei den Treppen und Schwellen mussten wir aufpassen, dass „wir nicht auf die Schnauze fallen, weil das scheiße weh tut“.

 

Es war schade, dass wir immer schnell weiter mussten, weil uns eine andere Gruppe fast eingeholt hätte, aber wenn wir uns dann beeilten, bestand die Gefahr zu schnell zu sein.

 

Auf der Rückfahrt im Bus erzählte er uns noch von ihrem Plan ein eigenes Kraftwerk zu bauen, dabei lernten wir, dass „CO2 nur manchmal böse ist“.

 

Am Ausgangspunkt angekommen, tranken wir noch einmal so viel wie in die Bäuche passte und machten uns dann auf den Weg zurück zum Bahnhof. Mit einem noblen Reisebus wurden wir zur S-Bahn Station gefahren und von dort aus ging es dann mit einmal umsteigen in Harburg ohne weitere Schwierigkeiten nach Lüneburg.

 

Es war ein schöner Tag in der Aurubis-Kupfer-Affinerie in Hamburg.

 


Autor: Dorothee Hohensee -- zuletzt geändert: 28.2.2010 12:03

 

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