Bethel - Fahrt 2011

Seit zehn Jahren fährt eine Gruppe von Schülern aus den Religionsgruppen der 10. Klassen am Ende des Schuljahres nach Bethel. In diesem Jahr unternahm im Juni eine Gruppe von 15 Schülern und Schülerinnen mit Frau Aulike und Frau Teichert diese Fahrt.

 

Bethel - Fahrt 2011

 

Bethel ist ein Stadtteil Bielefelds, in dem in einer großen diakonischen Einrichtung seit dem 19. Jahrhundert überwiegend Menschen mit Behinderungen, vor allem Epilepsie, leben und arbeiten. Bekannt ist einer der ersten Leiter, Pastor Bodelschwingh, auf den der Name "Bodelschwinghsche Anstalten" zurückgeht.

 

Menschen mit Behinderungen führen dort ein weitgehend normales Leben und, so weit es ihnen möglich ist, Tür an Tür mit Menschen ohne Behinderung. Sie werden mit Respekt behandelt, integriert, arbeiten, verreisen, leben in einer eigenen Wohnung, kaufen ein, heiraten. Sie tun all das, was andere Menschen auch machen, wenn auch in ihrem eigenen Tempo.


Der Stadtteil hat unter anderem eine Bäckerei, ein Lokal, eine Poststelle und einen Spielwarenladen, in dem man Spielzeug aus Behindertenwerkstätten erwerben kann. In der sogenannten „Brockensammlung“ werden Sachspenden abgegeben und weiterverkauft, der Erlös kommt der Stiftung zu Gute. Den Namen hat die Brockensammlung aus der Bibel. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Sammelt die übrigen Brocken, auf das nichts umkomme“. Alle diese Betriebe werden von  Menschen mit und ohne Behinderung geführt, jeder wird nach seinen Fähigkeiten eingesetzt. Die Briefmarkenabteilung ist bekannt durch das Sammeln von Briefmarken in den Kirchengemeinden oder z.B. auch im Lehrerzimmer des Johanneums. Schwerer behinderte Menschen lösen die eingeschickten Briefmarken vom Untergrund, sortieren und verpacken sie in Päckchen, die dann an Sammler verkauft werden.


Durch Rallyes und Spiele lernten wird den Stadtteil näher kennen. Neben generellen Informationen und Freizeit zum eigenständigen Erkunden der Umgebung hatten wir auch die Chance, mit betroffenen Menschen zu reden und ihnen Fragen zu stellen. Ihr offene Art und ihre Gespräche mit uns haben uns sehr beeindruckt.


Bethel ist eine große Bereicherung für das Leben vieler Menschen mit Behinderung in und um Bielefeld. Es ist eine der weltgrößten Einrichtung dieser Art. In den Informationen hörten wir, dass das Ideal jedoch noch nicht erreicht sei. Sollten Menschen mit Behinderung nicht überall ein normales Leben führen können? Nicht nur Vorurteile und Schwierigkeiten wie Treppen und Türen verhindern dies noch. Aber für immer mehr Menschen mit Behinderungen soll es nach dem neuen Konzept möglich sein, außerhalb von Bethel zu wohnen und in ganz „normalen“ Wohnungen betreut zu werden.

Autor: Religionskurs Jahrgang 10 -- zuletzt geändert: 18.9.2011 9:23

 

Nachrichten