Das Archiv "Prominente ehemalige Johanniter" 

 

Einführung in das Archiv und die Dokumentation "Prominente ehemalige Johanniter"

 

Als das Johanneum begann, sich im Rahmen der EXPO 2000 als EXPO-Schule mit einer eigenen Website im Internet zu präsentieren, entstand auch die Dokumentation „Prominente ehemalige Johanniter“. Es war klar, dass auch die fast 600-jährige Tradition dieses Gymnasiums eine wichtige Rolle bei der Präsentation spielen musste.



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Gerhard Glombik bei einer Ausstellung des Archivs 2003 im Johanneum (aufgenommen von Hans-Joachim Boldt)

 

Wodurch kann man diesen Aspekt besser zum Ausdruck bringen als durch die prominenten Persönlichkeiten, die in sechs Jahrhunderten aus dem Johanneum hervorgegangen sind? Ausgehend von drei schon vorliegenden Fotoalben über ehemalige Schüler, die bereits 1966 von einigen Lehrern des Johanneums mit Sorgfalt und in ansprechender Form gestaltet wurden, konnte im September 2000 erstmals eine Dokumentation mit einer Auswahl von 20 Persönlichkeiten erstellt werden, die auch im Internet auf der damals entstehenden Website des Johanneums veröffentlicht wurden. Inzwischen sind weitere Persönlichkeiten hinzugekommen. Zusätzlich wurde aus einem schon bestehenden kleinen gesammelten Fundus von Werken ehemaliger Johanniter ein „Archiv ehemaliger prominenter Johanniter“ eingerichtet, in dem seither laufend mit finanzieller Hilfe des Fördervereins weitere Schriften, Werke, CDs, Biographien und Informationen von und über diese ehemaligen Schüler angeschafft und zusammengetragen werden. Inzwischen zählt der Bestand schon weit über 100 Titel. Dem Förderverein sei an dieser Stelle dafür herzlich gedankt. 

 

Die Auswahl der Persönlichkeiten repräsentiert ein breites Spektrum an Fachgebieten und Berufen, aber auch an politischen und weltanschaulichen Positionen. Vom Komponisten über den Philosophen bis zum Pressechef, vom tief Religiösen bis zum Atheisten, vom Marxisten über den Liberalen bis zum Nationalisten ist alles vertreten. Und wenn man schon solche umstrittenen Persönlichkeiten wie den Kolonialpionier Carl Peters, der weniger heilvoll in der Geschichte gewirkt hat, nicht aus dieser verbannen kann, so sollte man wenigstens aus seinen Fehlern lernen. Denn dass man überhaupt von vielen dieser Persönlichkeiten noch heute etwas lernen kann, wird einem um so stärker bewusst, je mehr man sich mit deren jeweiligen Lebenswerk und Schicksal beschäftigt. Deshalb werden auch zu bestimmten Themen Materialien erarbeitet, um auch den jetzigen Schülern des Johanneums die Leistungen und Lebenswege ihrer Vorgänger nahe zu bringen: z.B. den Entdeckungsdrang eines Engelbert Kaempfer, die aufrichtige Haltung und das Schicksal eines Hermann Jacobsohn, die selbstkritische Wandlung eines Karl August Wittfogel, das ungewöhnlich- differenzierende Denken eines Niklas Luhmann usw.

 

Lichtblicke und zugleich Ansporn für die Weiterarbeit an dieser Dokumentation waren viele Veranstaltungen in den letzten Jahren, die das Schicksal und die Lebensleistung ehemaliger prominenter Johanniter zum Gegenstand hatten:

 

  • Zum 350. Geburtstag Engelbert Kaempfers 2001 fanden viele Veranstaltungen und eine große Ausstellung in dessen Heimatstadt Lemgo statt.
  • Zum Januar 2002 wurde in Lüneburg eine Ausstellung über Hermann Jacobsohn und seine Familie eröffnet.
  • Im November 2002 wurde Johann Abraham Peter Schulz durch eine Büste vor der Ratsbibliothek geehrt.
  • 2004 wurden Bilder von Jean Leppien im Gerhard–Fietz-Haus in Bleckede-Göddingen gezeigt.



Auch die Vorträge von ehemaligen Schülern im Johanneum im Rahmen der Vortragsreihe z.B. Professor Dr. Schmidt-Jortzig 2003 , bzw. Vorträge über ehemalige Schüler z.B. von Dr. Helmut Leppien über Jean Leppien 2004 schaffen eine lebendige Verbindung zwischen ehemaligen und jetzigen Schülern. Es wird damit auch eine Tradition fortgesetzt, die schon 1915 Herman Jacobsohn und 1979 Karl August Wittfogel pflegten, als sie zu Vorträgen ins Johanneum eingeladen wurden. Gedankt sei an dieser Stelle den ehemaligen Lehrern des Johanneums, die durch ihre intensive und unermüdliche dokumentarische Arbeit die Erinnerung an ehemalige prominente Schüler des Johanneums bewahrt haben: Herrn Dr. Gerd Hentschel, Herrn OstR. Heinz Horst Mundt (†) und Herrn StD. Manfred Göske (†). Frau Professorin Dr. Dörte Haftendorn sei für ihren ungeheuren Arbeitseinsatz bei der Gestaltung der Website und für die Weitergabe ihrer Kenntnisse an andere herzlicher Dank ausgesprochen. Die Beiträge über Bernhard Riemann und "Schülerinnen am Johanneum" stammen ebenfalls von Frau Prof. Dr. Haftendorn.

 

Autor: G. Glombik

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