23.09.2006 Orgelkonzert in St. Johannis

Im Rahmen des Schulfestes findet am Sonnabend um 19.30 Uhr in St Johannis ein Orgelkonzert statt, in dem eine Welturaufführung gespielt wird. Der Eintritt beträgt 8,- oder 5,- Euro.

G. B. Viviani 3 Sätze aus der Sonate C-Dur op. 4

1638 – 1690

 

P. J. Vejvanovsky Sonate g-moll für Trompete und Orgel

1640 - 1693

 

Herfried Mencke Gottes Liebe ist wie die Sonne

1944 aus op. 12

 

Choralsymphonie „Souvenir romantique “

op. 14

Introduktion/Präludium

(Sollt ich meinem Gott nicht singen)

 

Fuge (Was Gott tut, das ist wohlgetan)

 

Scherzetto (Spiel mit Orgelpunkten)/

Choral (Schaff in mir, Gott, ein reines Herz)

 

Andante tranquillo

(Auf meinen lieben Gott

trau ich in Angst und Not)

 

Toccata (Lobe den Herren)

 

Inter Viam – Dank an das Johanneum Lüneburg

(dem Johanneum Lüneburg gewidmet)

(Uraufführung)

 

 

Johannes Schmitt (Trompete) -

Herfried Mencke, Abitur 1963 (Orgel)

 

 

Die Orgel-Symphonie "Souvenir romantique " entstand 2003 nach Skizzen von Bengta Olafsdotter , meiner Urgroßtante väterlicherseits. Sie war Organistin einer kleinen Kirche in Schweden, starb aber leider früh an Tuberkulose. Aus ihren nachgelassenen Skizzen gefiel mir das Fragment einer Fuge in f-moll besonders gut, so gut, dass ich beschloss, diese Skizze zu vollenden und aus dem motivischen Material eine komplette Orgel-Symphonie mit 5 Sätzen im spätromantischen Stil zu machen. Alle Themen gehen auf ein Dreiton-Motiv aus der Fuge zurück, und in jedem Satz verbindet sich dies Motiv mit einem anderen Choral. –

 

Besonders interessant für das Publikum ist sicherlich das zu diesem Anlass komponierte und dem Johanneum gewidmete Orgelwerk "Inter viam – Dank an das Johanneum Lüneburg", das in diesem Konzert uraufgeführt wird. Der Titel (deutsch: "Unterwegs") lässt sich sehr verschieden verstehen: Der Schüler geht für einige Jahre mit seinen Klassenkameraden gemeinsame Wege, dann trennt man sich. Aber auch die Schule ist ja von den Anfängen bis jetzt viele (auch Irr-)Wege gegangen – und kann man nicht das ganze Leben ein Unterwegs-Sein nennen? Insofern ist die Vieldeutigkeit des Titels volle Absicht und Programm. Das ganze Werk ist dualistisch angelegt: zwei Gefühle (Angst und freudige Zuversicht) – zwei Stile (homophon und polyphon) - und zwei Haupt- und zwei Neben-Themen sind zu hören. Das erste der beiden Hauptthemen ist aus den musikalisch verwertbaren Buchstaben des Namens " Johanneum Lueneburg " gewonnen, das zweite bildet der Choral " Nun jauchzt dem Herren, alle Welt ", dessen Melodie nur wenig älter ist als die Schule und dessen 7. Strophe in Lüneburg gedichtet wurde. Das " Johanneum-Lüneburg"-Thema dominiert im ersten Teil deutlich, tritt aber im weiteren Verlauf immer mehr zurück. (Ist es nicht das Ziel einer guten Pädagogik, sich immer mehr zurückzunehmen, ja, irgendwann überflüssig zu werden?). Am Schluss des Werkes werden drei der Themen miteinander kombiniert, das " Johanneum"-Thema ist nicht mehr dabei. Es hat sein Ziel erfüllt und braucht nicht mehr in Erscheinung zu treten.-

 

Was bleibt? Nur Dank.-

Deshalb soll der zentrale Satz aus dem zitierten Choral das letzte Wort haben: "Gott loben, das ist unser Amt" – es steht als Motto über meinem Leben und hoffentlich über dem Leben vieler.



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