Johann von Stern 1582-1656

Verleger, Bürgermeister in Lüneburg

 

Johann von Stern 1582-1656

 

Foto: Landeszeitung vom 24.10.1998

 

Kurzbiographie

 

1582 Johann Stern wurde 1582 als Sohn des gleichnamigen Buchbinders und Buchhändlers Johann (Hans) Stern und der Kaufmannstochter Anna geb. Soltau in Lüneburg geboren; der Vater Hans Stern war aus Bevensen nach Lüneburg gekommen, hatte 1580 eine Buchbinderei gegründet und brachte es zu einer angesehenen Stellung in Lüneburg (1583 Bürgerrecht, 1588 und 1597 Kauf von Häusern am Sande)
1598 wahrscheinliches Ende des Besuchs des Johanneums in Lüneburg 
1606-11  Ausbildung als Buchdrucker (Ort unbekannt), danach als Buchdruckergeselle im väterlichen Betrieb 
1614  Tod des Vaters Hans Stern 
1623  Johann Stern und sein Bruder Heinrich gründen die Stern'sche Druckerei und Verlagsbuchhandlung in Lüneburg; Genehmigung des Rates der Stadt Lüneburg zum Druck für eigene Verlagswerke (nicht für Nachdrucke anderer Bücher); 
1624  Konflikt mit dem Rat der Stadt wegen des Nachdrucks eines Buches von Varensius; 1625 Kurfürstlich- sächsisches Privileg für die Herstellung und den Vertrieb von Bibeln; 
1624-28  forderte die Pest während des 30-jährigen Krieges in Lüneburg 6000 Tote; das Bedürfnis nach religiöser Literatur stieg; 
1629  Konflikte mit dem Rat der Stadt, weil Johann Stern als Quartiermeister der städtischen Wachmannschaft angeblich ungenügende Verteidigungsmaßnahmen veranlasste 
seit 1630  Briefwechsel mit Herzog August in Hitzacker, der 1634 Herzog von Wolfenbüttel wurde 
1632  Lüneburg schließt geheimen Vertrag mit Schweden wegen Einquartierung von Truppen 
1636  Transport der Bibliothek des Herzogs August nach Wolfenbüttel unter der Leitung Johann Sterns, um sie vor der Plünderung durch die Schweden zu retten; Besetzung des Lüneburger Kalkbergs durch die Schweden; der schwedische Oberst Stamer verhandelt mit Johann Stern über den Abzug der Schweden (3.9. 1637) 
1637  Im Dezember wird der alte Rat der Stadt vom Herzog suspendiert und ein neuer Rat aus herzoglicher Gnade berufen, dem Johann Stern als vierter Bürgermeister angehört; 
1639  Nach Anfeindungen durch Mitglieder des alten Rates stellt Johann Stern das Gesuch auf Entlassung von seinem Amt; der Herzog setzt einen neuen Rat ein.
1643/45  Johann von Stern wird 1643 geadelt und erhält 1645 ein kaiserliches Privileg (Ausdehnung der landesherrlichen Privilegien auf das ganze Reich) 
1656  Johann von Stern stirbt und wird in der Gruft der Familie Stern in der Johanniskirche bestattet. 

 

Die von Sternsche Druckerei ist die älteste heute noch in Familienbesitz befindliche Druckerei Europas.

 

 

Autor: Gerhard Glombik -- zuletzt geändert: 3.6.2009 14:56