Engelbert Kaempfer 1651-1716

Arzt, Forschungsreisender

 

Es gibt bis heute kein authentisches Porträt von Engelbert Kaempfer. Diese eigenhändige Zeichnung zeigt Kaempfer 1691/92 vor dem Shogun tanzend, der rechts hinter einem Bambusvorhang verborgen sitzt (siehe Bildvergrößerung).

 

Engelbert Kaempfer 1651-1716

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(Quelle: Heutiges Japan, Kaempfer Werke, Iudicium- Verlag, München 2001; hrsg. v. D. Haberland u.a.)

 

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Kurzbiographie

 

1651 Engelbert Kaempfer wird am 16.9. in Lemgo (frühere Grafschaft Lippe) als zweiter Sohn des Magisters und evangelischen Predigers der St.Nikolaikirche zu Lemgo Johann Kemper und seiner ersten Ehefrau Christine (geb. Drepper), einer Pfarrerstochter, geboren. Aus dieser Ehe gingen noch zwei weitere Söhne hervor.
1665 Besuch des Gymnasiums in Lemgo
1667 Besuch des Gymnasiums in Hameln
1668-70 Schüler am Johanneum zu Lüneburg; besonders am historischen und philosophischen Untericht des Gymnasialdirektors Kettenbeil interessiert.
1670-73 weitere Bildung in Lübeck, Danzig, Torn und Krakau
1673 Staatswissenschaftlicher Vortrag in Danzig über "die zwiefache Majestät" (Valedictio, Disputation)
1680 Studium der Naturgeschichte und Arzneikunde in Königsberg
1681 Kaempfer erwirbt die Magisterwürde in Krakau; er reist über Danzig und Upsala nach Stockholm
1683 Durch Bekanntschaft mit dem schwedischen königlichen Geheimrat Esias von Pfuffendorf erhält er eine Stellung als Legationssekretär bei einer Gesandtschaft für den russischen und persischen Hof;
ab 1683 Kaempfer reist von Schweden aus durch Russland und verdient am persischen Hof mit seiner Heilkunst so viel Geld, dass er selbst eigene Reisen finanzieren kann. Er erforscht auf Reisen vier Jahre lang Persien.
1689 Reise als Schiffsarzt nach Sumatra und Java
1690-92 Reise nach Japan; Kaempfer betritt als erster Deutscher in Nagasaki japanischen Boden und studiert auf Reisen die japanische Kultur, Architektur und Natur. Er hält die Ergebnisse in präzisen Zeichnungen und Beschreibungen fest; 1691–92 unternimmt er zwei Reisen zum Hof des Shogun in Tokio.
1693 Rückkehr nach Amsterdam
1693-94 Promotion in Leiden; der Titel der Dissertation, die Kaempfer schon auf dem Seeweg vorbereitet hatte, lautet:"Disputatio medica inauguralis..." ,
1694 Rückkehr nach Deutschland; Leibarzt des Grafen zu Lippe; Aufenthalte in Lieme, Lemgo und Detmold
1701 Heirat mit der jungen Kaufmannstochter Maria Sophie Wilstach; die Ehe ist nach wenigen Jahren zerrüttet.
1712 Teile von Kaempfers botanischen Beobachtungen und alle Kapitel seiner Dissertation erscheinen in den "Amoenitates Exoticae" (Lemgo).
1716 Engelbert Kaempfer stirbt am 2.11. in Lieme.

 



Autor:  Gerhard Glombik --   zuletzt geändert: 29.10.2011  13:02