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Georg Theodor Meyer

1797-1870

Jurist, Abgeordneter der
Frankfurter Nationalversammlung

Georg Theodor Meyer 1797-1870

Kurzbiographie

1797  Georg Theodor Meyer wurde am 5.2. als Sohn eines Kämmereisekretärs in Lüneburg geboren.
1815 Abschluss des Johanneums und Beginn des Jurastudiums
1818 Als Dr.jur. und Rechtsanwalt ließ sich G.Th. Meyer in Lüneburg nieder.
1831 Als gemäßigter Liberaler wurde Meyer der Vertreter Lüneburgs in der zweiten Kammer der allgemeinen Ständeversammlung in Hannover. Er war an der Kommission zur Entwerfung eines Staatsgrundgesetzes unter König Wilhelm IV. beteiligt, das 1833 in Kraft trat.
1838 Als der neue König Ernst August 1837 (Ende der Personalunion mit England) das Staatsgrundgesetz aufhob, gehörte er der Opposition in der Ständesversammlung an, die der Aufhebung des Staatsgrundgesetzes nicht zustimmte.
1839 Als die königliche Regierung am 21.2. 1839 den oppositionellen Abgeordneten ein Ultimatum stellte, legte G.Th. Meyer sein Mandat nieder. Er wurde in Lüneburg zum Senator gewählt.
1841 G.Th. Meyer wurde am 5.6. 1841 zu einer Unterredung mit König Ernst August von Hannover geladen, in der er den Eindruck gewann, dass der König nicht an der Unzufriedenheit im Lande und der wachsenden bürgerlichen Unruhe schuld sei. Meyer reagierte mit Entsetzen, als er erfuhr, dass sein Sohn in Lüneburg mit Arbeitern Verbrüderung gefeiert habe.
G. Th. Meyer wurde Präsident der zweiten Kammer der neu berufenen Ständeversammlung.
1848 Als Folge der Februarrevolution in Frankreich verstärkten sich auch in Lüneburg die Aktivitäten liberaler Bürger und am 11.3. wurde ein Bürgerverein gegründet. Am 30.3. traf G.Th. Meyer als Abgesandter Lüneburgs für das Frankfurter „Vorparlament“ in Frankfurt ein. G. Th. Meyer war tief beeindruckt von den vielen politischen Diskussionen und Tischreden in den Wirtshäusern Frankfurts. Er schrieb an sein Frau: “Von dem jetzigen politischen Leben hier hat ein Norddeutscher gar keinen Begriff“. Am 4.4. trat er die Rückreise nach Lüneburg an, um am 2.5. von 64 Wahlmännern aus Lüneburg und Uelzen erneut zum Abgeordneten der Nationalversammlung in Frankfurt nominiert zu werden. G.Th. Meyer war ein liberaler Anhänger der konstitutionellen Monarchie, bei der der Monarch durch einen Fürstenrat, ein Volksparlament und ein unabhängiges Bundesgericht kontrolliert werden sollte.
Außenpolitisch trat G.Th. Meyer für eine starke und unabhängige Stellung Deutschlands unter den Großmächten Europas ein. Gemeinsam mit Dahlmann und Mohl arbeitete G.Th.Meyer in einem Ausschuss , der die Geschäftsordnung der Nationalversammlung prüfen sollte. Er stellte sich als Kandidat für die Stellvertretung des Parlamentspräsidenten zur Ver- fügung , wurde aber nicht gewählt.
Seine Frau Margarete, die sich ebenfalls in Lüneburg engagierte, schrieb in dieser Zeit über die Ereignisse in Lüneburg, dass Lüneburger Bürger mit einer Veranstaltung, an der auch ein bewaffnetes Corps von Johanneumsschülern teilgenommen hatte, die Eröffnung des Frankfurter Parlaments gefeiert hätten.
Am 14.6. 1848 legte G.Th. Meyer sein Mandat nieder und reiste aus Frankfurt ab, da er zum Landdrost von Hildesheim gewählt worden war.
1850 G.Th. Meyer wurde zum Minister für Kultus in Hannover ernannt.
1851 Nach dem Todes des Königs Ernst August wurde er aus dem Kabinett entlassen; er blieb Mitglied der zweiten Kammer. Als ihm vom neuen König Georg V. Urlaub verweigert wurde, legte er sein Mandat nieder. Er widmete sich nur noch seiner Heimatstadt Lüneburg.
1870 Am 12.9. 1870 starb G.Th. Meyer in Lüneburg.

 

 

Autor: Gerhard Glombik -- zuletzt geändert: 31.10.2013